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Statues - Hither & Thither

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Deuerling
Lkr. Regensburg

Bayern

Regensburger straße (Brücke)

Der Deuerlinger Schmied und sein Geschichtsband

The Smith of Deuerling with his History Belt

Maximilian Lamprecht
2001

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Description

Bronze statue of a smith.

Inscription(s)

The anvil has the date 2001.

Lamprecht Maximilian
Bildhauermeister
Schwandorf / Bayern

Information Sign

Der Deuerlinger Schmied und sein Geschichtsband

Das Geschichtsband müsste eigentlich bis in die Zeit der Kelten
viele Jahrhunderte in die vorchristliche Zeit reichend beginnen. Da es dazu aber nicht genügend
gesicherde Funde aus der hiesigen Gegend vorzuweisen gibt, setzte man als erstes
Datum die Jahreszahl 1130. Im 12. Jahrhundert finden sich die erste urkundlichen Erwähnungen
in den Schenkungsbüchern der Klöster Prüfening und Obermünster. Es folgt die Abbildung
eines Benediktinermönches, der auf das jahrhundertelange seelsorgerische Wirken von Mönchen aus
dem Benediktinerkloster Prüfening (Wappen) in Deuerling hinweist. Auf zwei Grenzsteinen finden
wir einmal den Buchstaben L und dann den Buchstaben K. Wie schon früher unterstand Deuerling
anfangs des 16. Jahrhunderts zwei Herren; einmal dem pfalzneuburgischen Pflegeamt in Laaber, zum
anderen der bayerischen Verwaltung in Kelheim. Die nächsten Symbole zeigen ein römischen Papstwappen
mit der dreistufigen Papstkrone, der sogenannten Tiara und den Petrusschlüsseln. Gegenüber ist die Lutherrose,
die der Reformator Martin Luther seit 1517 als Petschaft (Siegel) verwendete. In Farbe kann man
sich ein schwarzes Kreuz in rotem Herzen auf weißer Rose in himmelsblauem Feld von einem goldenen Ring
eingeschlossen vorstellen. Der Hinweis gilt dem Übertritt des Pfalzgrafen Ottheinrich von Neuburg zur lutherischen
Lehre. Der protestantische Pfarrer hatte seinen Sitz in Nittendorf, weil die katholische Pfarrkirche auf bayerischem
Territorium lag. Deuerling war also im Glauben gespalten, die Laber war die "Glaubensgrenze". Es schließt sich
ein vereinfacht dargestelltes Hammerwerk an, das auf die in Deuerling gelegenen Eisen- und Kupferhämmer verweist
und den Übergang von der reinen Handarbeit zur durch Wasserkraft mechanisierten Fertigung zeigt. Später waren
dann die Gerber einer der wichtigsten Arbeitgeber in Deuerling. Die Lage direkt an der Laber ermöglichte dies. Auf
underem Band zieht ein Gerber ein Tierfell über einen Bock. Die verkehrsgeographische Lage hatte für Deuerling
schon immer große Bedeutung. Ein Pferdefuhrwerk erinnert an die alte Salzstraße von Nürnberg nach Regensburg,
an die Poststation (Stegenhof) und den Anspanndienst. Brennende Häuser lenken unsere Gedanken in die Zeit des
30-jährigen Krieges (1618-1648). 1633 war das für Deuerling wohl schlimmste Jahr. Der Pfarrhof
und weiter Gehöfte wurden zerstört, Pest und andere Seuchen dazu ließen die Bevölkerung auf 10 Prozent
schrumpfen. Die Schrecken eines Krieges trafen natürlich auch Deuerling nicht nur einmal. Am Ende
des 2. Weltkrieges (1939-1945) wollten einige, durch Angst und Verzweiflung verblendet,
durch die Sprengung der Laberbrücke die einrückenden alliierten Truppen aufhalten, sogar
an die Sprengung des Baderfelsens mit der altehrwürdigen Martinskirche war gedacht. Bis zur
Landkreisreform 1972 gehörte Deuerling zum Landkreis Parsberg. das sagt das Wappen mit
den zwei Löwen aus: Gespalten durch einen schmalen silbernen Wellenpfahl von Schwarz und Rot;
vorne ein linksgewendeter, rot gekrönter und bewehrter goldener Löwe, hinten ein golden
gekrönter und bewehrter silberner Löwe mit geteiltem Brustschild: dieser ist oben in zwei Reihen
von Schwarz und Silber geschacht, unden golden. Die heutigen Zugehörigkeit zum
Landkreis Regensburg dokumentiert das Landkreiswappen: Unter einem
Schildhaupt mit den bayerischen Rauten gespalten von Rot und Silber;
vorne ein silberner Schrägbalken, hinten ein durchgehendes rotes Tatzenkreuz. Die
gegenwärtige Situation Deuerlings und seine große kulturelle Kraft werden nahe am
Amboss gezeigt. Wir sehen aus Orgelpfeifen herauswachsen Chorsänger,
Musikanten mit ihren Blasinstrumenten
und den in der Deuerlinger Orgel
eingebauten Zimbelstern, daneben die in den zurückliegenden Jahren mit großem
Aufwand und bemerkenswerter Opferbereitschaft der Bevölkerung grundlegend
renovierte Kirche und eine Eule, die den Deuerlinger als "Wappentier" der
hiesigen Schule bekannt ist. Der Amboss trägt das Deuerlinger Wappen,
dessen Erklärung auf einer Tafel am Gemeindehaus (gegenüber der
Brauerei Goss) abzulesen ist. Der Schmied schwingt
einen Hammer, als hätte er ihn eben
aus diesem Wappen entliehen.

Sculptor

Sources & Information

Tags

Locatie (N 49°2'8" - E 11°54'26")

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Item Code: deby115; Photograph: 15 February 2011
Of each statue we made photos from various angles and also detail photos of the various texts.
If you want to use photos, please contact us via the contact form (in Dutch, English or German).
© Website and photos: René & Peter van der Krogt