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DIE RöMISCHE JUPITERGIGANTENSÄULE VON STEINSFURT
jupitergigantensäulen sind monumentale denkmäler
der götterverehrung. das säulenmonument besteht
aus einem hochrechteckigen sockel, der mit götter
darstellungen geschmückt ist. auf diesem steinblock
erhebt sich die eigentliche säule, von einem reiterstand
bild des gottes jupiter bekrönt. im urzeitlichen kampf der
götter gegen die giganten schmettert der göttervater
sein berühmtes blitzbündel gegen seine feinde und
reitet als strahlender sieger über einen unterlegenen
schlangenfüssigen giganten hinweg.
die eindrucksvolle göttergruppe und das kapitell mit
den ausdrucksstarken köpfen der vier jahreszeiten
wurden 1959 bei ausschachtungsarbeiten im bereich
der keltergasse gefunden. die säule und der zugehörige
viergötterstein blieben leider unauffindbar.
die trümmerstücke konnten nach einer aufwändigen
bergungsarbeit hier am ort und einer schwierigen
restaurierungsphase im badischen landesmuseum in
karlsruhe zu der grössten erhaltenen reitergruppe
dieser art zusammengefügt werden, die bislang auf
deutschem boden gefunden wurde.
unsere nachbildung des originals der figurengruppe
wurde im jahr 2000 anlässlich der 900 - jahrfeier der
gemeinde steinsfurt angefertigt.
zur vervollkommnung des gesamtbildes der saule
wurden 2009 auf dem sockelblock des denkmals
nachbildungen eines viergöttersteins angebracht, der
1936 bei restaurierungsarbeiten in der stiftskirche in
sinsheim entdeckt wurde und heute im kurpfälzischen
museum der stadt heidelberg ausgestellt ist. auf diesem
stein werden die VICANI SALIOBRIGENSES erwähnt,
also die bewohner einer römischen siedlung, die den
lateinischen namen SALIOBRIGA getragen haben wird
und der römische vorläufer von sinsheim-steinsfurt
gewesen sein muss. auf einem der reliefs sieht man den
kriegsgott mars mit den liebesgottheiten venus und
amor, auf den übrigen seiten vulkan, den göttlichen
schmied, die jagdgöttin diana und ihren bruder apoll.
(apoll hier aus erhaltungsgründen nicht gezeigt)
datierung: 2. hälfte 2. jhdt. nach christus
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